Sicherheitslücken, Skandale, Datenschutz, Bevormundung?

Sicherheitslücken

Es vergeht momentan keine Woche, in der nicht ein Supergau im Hinblick auf IT-Security gemeldet wird. Seien es die “Intel”-Sicherheitslücken mit Spectre und Meltdown, der Facebook-Skandal oder andere. Aber welche Konsequenzen werden daraus gezogen? Auch auf Heise gibt es aktuell einen Artikel, der das Problem mit dem Umgang mit Sicherheitslücken (grundsätzlich erstmal berechtigterweise) anprangert: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Hallo-Intel-mein-Vertrauen-schwindet-4041485.html.

Es ist natürlich absolut schlecht, wie diese großen Unternehmen mit Sicherheitslücken umgehen, aber so lange kein Zwang da ist (DSGVO lässt u. U. grüßen), wird sich hier wohl nichts ändern. Warum auch? Es scheint doch fast niemanden zu interessieren!

Beispiele gefällig?

Dann: Hier mal die Suchbegriffe auf Google zum Thema Spectre und Meltdown: Wie man sieht, ist das Thema doch bei der Mehrheit aller User schon wieder komplett aus dem Sinn:

 

Na gut. Aber Cambridge-Analytica, der Riesen Facebook-Skandal ist doch noch in aller Munde:

Datenschutz

Jetzt mal wieder Ernst bleiben, die Beispiele sind natürlich recht plakativ und gezielt ausgewählt. Nichts desto trotz bleibe ich bei meiner Meinung: IT-Sicherheit interessiert die breite Masse nicht. Auf der einen Seite betrifft das bekannt gewordene Sicherheitslücken- die zwar in den ersten 4 Tagen einen Medien-Hype generieren, dann aber einfach (für die meisten, nicht für alle) wieder in der Versenkung verschwinden, als wären sie nie passiert. Und auf der anderen Seite betrifft das aber auch die Unbedarftheit, mit der teilweise Dinge eingesetzt werden, ohne sich über mögliche Konsequenten Gedanken zu machen. Zu dieser Seite gehört z. b. dann die Verwendung von IoT-Geräten (im privaten Gebrauch, egal ob Lautsprecher, intelligente Glühbirnen oder Fitnesstracker). Frei nach dem Motto: “Alles was technisch möglich ist, wird auch umgesetzt” – oder in unserem Fall: “Alles was an Features angeboten wird, wird auch verwendet“. Und das Ganze meist ohne Bedenken oder Folgeabschätzung.

Es interessiert niemand

Woran liegt das? Keine Ahnung, möglicherweise ist das ein Generationenthema. Ich hoffe wirklich, dass zukünftige Jahrgänge diese Themen irgendwann auch in der Schule angehen werden- und eventuell auch Themen früher kritisch hinterfragen. Aber bis dahin kann es durchaus sein, dass die (bei vielen wegen dem Aufwand ungeliebte) Datenschutzgrundverordnung hier etwas Abhilfe schafft. Wie? In dem diese Verordnung (und deren lokalen Anpassungen, bei uns das BDSG-neu) die (in diesem Bereich) oft unmündigen Anwender vor zu viel Schaden bewahrt. Und zwar nicht, in dem diese Anwender angegangen werden, sondern in dem die Unternehmen massiv in die Pflicht genommen werden.

Oder als Vergleich mit früher:

  • In den 70ern hat JEDER geraucht, immer, an jedem Platz, ohne Rücksicht oder Gedanken
  • 30 Jahre später kommen Gesetze, die das Rauchen und selbst die Beschaffung des Materials reglementieren
  • Bis vor einiger Zeit hat sich niemand so recht Gedanken bei Internetnutzung, IoT, etc. gemacht
  • Jetzt wird es eben regelementiert

Die Zeiten, in denen auf die Sicherheit in diesem Bereich keine Rücksicht genommen werden kann, sind vorbei. In de 50er-Jahren konnte man auch noch gefahrlos auf der Autobahn spielen- die Zeiten ändern sich. Jetzt liegt es an jedem einzelnen, sich von sich aus Gedanken über die Art, wie mit seinen Daten verfahren wird, zu machen. Und solange das nicht alle können, ist die DSGVO ein guter Ansatz.

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